Donnerstag, 22 August 2013 21:59

Die Mitmachtag Geschichte

Dein Platz ist noch frei! Wann bist DU dabei? Dein Platz ist noch frei! Wann bist DU dabei?
Am 07. September 2013 findet zum zweiten Mal nach 2011 der Feuerwehr Mitmachtag statt. Die Ortswehren aus Barsbüttel, Willinghusen, Stemwarde und Stellau werden an diesem Tag allen interessierten Bürgern im Alter von 10 bis 50 Jahren die Möglichkeit geben, selbst einmal Feuerwehrmann oder aber auch Feuerwehrfrau zu sein!

Erleben Sie live die Anspannung und spüren Sie das Adrenalin, wenn der Alarm ertönt und Sie das vorab Erlernte atoc abrufen und einfach funktionieren müssen. Sie wechseln unter Zeitdruck in zur Verfügung gestellte Feuerwehrkleidung und erreichen schnellen Schrittes das mit laufendem Motor wartende Löschfahrzeug. Das Blaulicht ist bereits eingeschaltet. Sind alle da? Ist das Fahrzeug vollständig besetzt? Ja! Dann los. Der Gruppenführer informiert Sie während der Fahrt über den zu erwartenden Einsatz. Im Kopf gehen Sie nochmal alles durch. Wo waren die Schläuche? Wie bekomme ich das Strahlrohr gekuppelt? Und wie sollte ich nochmal aus dem Fahrzeug aussteigen? Rückwärts? Ja...genau so war es. Das Martinshorn ertönt, Sie merken, wie die Anspannung weiter steigt. "Was wird mich erwarten?". Nach einer schier endlosen Fahrt, erreichen Sie die Einsatzstelle. Jetzt muss es schnell gehen - aber kontrolliert, das hat uns der Gruppenführer eingetrichtert. Sie sehen das Feuer. Die Flammen lodern und die Luft flackert durch die Hitze. "Jetzt bloß keine Fehler machen" denken Sie sich.

Zuerst stellen Sie sich hinter dem Fahrzeug auf. Der Gruppenführer erklärt jedem Trupp was zu tun ist. "Ich bin im Angriffstrupp. Super! Ich darf das Feuer löschen. Das wird bestimmt aufregend". Der Gruppenführer hat den Befehl gegeben und nun muss der Angriff - so nennen es die Feuerwehrleute - aufgebaut werden. Das haben wir ja vor ein paar Minuten schon mal in entspannter Atmosphäre gemacht. Da war das ganz einfach. Und nun? Hmm...wie muss ich nochmal den Schlauch halten um ihn auszurollen? Ich glaube, so war es. Ja...richtig. Als unser Gruppenführer das vorhin gezeigt hat, sah es viel leichter aus. Er hat diesen 15 Meter langen C-Schlauch vermeindlich locker aus dem Handgelenk ausgerollt. Mein Versuch scheiterte bereits nach ein paar Metern - aber es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen. Mein Angriffstruppmann - puh, wie soll ich mir diese ganzen Fachbegriffe merken - hat in der Zwischenzeit das Strahlrohr geholt. Ich schaue in die Flammen und hoffe, dass wir unser Ziel schnell erreichen. Der Rauch beißt ein wenig in der Nase. Ich merke wie ich schwitze. Ich habe doch noch gar nicht so viel gemacht? Aber die Einsatzkleidung ist auch nicht ohne. Die Stiefel sind groß und schwer, auch Hose und Jacke haben es in sich. Dann noch die Handschuhe und der Helm. Und ich muss noch nicht mal eine Atemschutzflasche tragen. Respekt vor den Feuerwehrleuten, die das schon länger machen! Das flackern des Blaulichtes von dem hinter mir stehenden Fahrzeug reflektiert überall. Was für eine aufregende Atmosphäre. Im Hintergrund höre ich den laufenden Motor des Feuerwehrautos, ebenso die mittlerweile in Gang gesetzte Pumpe. Ich glaube, nun müssen wir uns beeilen. Das Wasser kommt gleich. Oder? Nein! Ich rufe ja "Wasser marsch!" wenn wir bereit bin. Wir haben es ohne Probleme hinbekommen, den Schlauch mit der Spritze zu verbinden - das war ja einfach. Ich denke, nun ist es Zeit, das Kommando zu geben. "Wasser marsch" rufe ich zu meinem Kameraden am Verteiler. Zwischen dem ganzen Lärm und den laufenden Motoren ist sein "Wasser marsch, verstanden" nur schwer zu hören. Aber ich registriere, wie der Schlauch sich auf dem Boden schlängelt und sich rasant mit Wasser füllt. "Gleich geht's los", denke ich und da spüre ich schon den Druck und den Rückstoß des Wassers. Wow! Meine Anspannung erreicht den Höhepunkt und ich klammere mich krampfhaft am Strahlrohr fest. Mein Kamerad steht direkt hinter mir und hält den Schlauch fest. Zwischenzeitlich ist unser Gruppenführer zu uns gekommen und lobt uns! Bis hierhin haben wir wohl alles richtig gemacht. Das freut und erleichtert mich. Kurz vergesse ich das Wesentliche. Der Gruppenführer ermahnt uns - wir sind ja ein Trupp, ein Team - das wir endlich das Feuer löschen sollen. Ich ziehe den Hebel vom Strahlrohr nach hinten und erneut müssen wir alle Kraft aufwenden. Ein gewaltiger Rückstoß durchfährt den Schlauch und das Strahlrohr zieht nach oben. Darauf war ich jetzt nicht vorbereitet. Mit ein wenig Kraftanstrengung drücke ich den Strahl nach unten. Der Gruppenführer sagt, ich soll auf Sprühstrahl stellen. Stimmt...das hat er uns vorhin erklärt. Ich drehe am Strahlrohr und siehe da...die Form des Wasserstrahls verändert sich. Wir halten diesen nun ins Feuer. Das geht ja schnell. Die eigentlichen Flammen haben wir mit recht wenig Wasser gelöscht. Es ist nur noch dichter, weißer Rauch zu sehen. Ich muss die Orientierung wiederfinden. Fragend schaue ich meinen Gruppenführer an. Er sagt, dass wir ruhig noch näher an die Brandstelle gehen sollen. Der Wind dreht. Nun stehen wir plötzlich im Rauch. Wir ändern erneut unsere Position und erneut öffne ich das Strahlrohr. Da ruft er auch schon "Feuer aus, Wasser halt". Ok...ich muss wohl zugeben, dass ein brennender Strohballen sicher auch für uns Anfänger nicht die größte Hürde ist, aber immerhin. Für das erste Mal gar nicht schlecht. Das macht Lust auf mehr.

Jetzt lässt meine Anspannung nach. Ich registriere langsam meine Kameraden um mich herum. Und auch die ganzen Zuschauer. Oje. Hoffentlich habe ich mich nicht zu blöd angestellt. Aber letztendlich kann es mir auch egal sein. Ich habe mich immerhin getraut hier einmal mitzumachen. Und ich fand es klasse! Das sollte jeder wenigstens mal ausprobieren um sich dann eine Meinung zu bilden. Wir räumen noch schnell zusammen und machen das Fahrzeug wieder einsatzbereit. Das ist wichtig. Man weiß nie, wann der nächste Einsatz kommt.

Ich kann mich wieder umziehen. Ich bin durchgeschwitzt. Das merkt man unter den warmen Klamotten gar nicht so richtig. Bei Wurst und Getränk folgt noch ein Abschlußgespräch mit dem Gruppenführer und allen Teilnehmern. Ihm hat es alles sehr gut gefallen. Wir waren auch alle begeistert. Ich bin stolz - stolz auf mich selber und meine Kameraden mit den ich gerade mein erstes Feuer gelöscht habe.

Er fragt, ob sich jemand spontan entscheiden möchte, auch Feuerwehrmann zu werden. Ich überlege kurz und melde mich. Ich weiß, es ist die Richtige Entscheidung!

So wie dieser Kamerad haben sich beim letzten Mitmachtag 2011 für die Jugendfeuerwehr 10 Nachwuchsfeuerwehrleute und für die Einsatzabteilung 5 aktive Kameraden der Gemeindefeuerwehr angeschlossen. Mit gut 160 Kameradinnen und Kameraden in der Einsatzabteilung sind wir heute gut aufgestellt. Und was ist morgen? Unterstützen Sie uns und sorgen Sie mit Ihrem Engagement dafür, dass wir auch in Zukunft eine einsatzstarke Truppe bleiben.

Gelesen 1630 mal